Nebelburg






Und der Mut ist so müde geworden und die Sehnsucht so groß. Es gibt keine Berge mehr, kaum einen Baum. Nichts wagt aufzustehen. Fremde Hütten hocken durstig an versumpften Brunnen. Nirgends ein Turm. Und immer das gleiche Bild. Man hat zwei Augen zuviel. Nur in der Nacht manchmal glaubt man den Weg zu kennen. Vielleicht kehren wir nächtens immer wieder das Stück zurück, das wir in der fremden Sonne mühsam gewonnen haben? Es kann sein. Die Sonne ist schwer, wie bei uns tief im Sommer. Aber wir haben im Sommer Abschied genommen. Die Kleider der Frauen leuchteten lang aus dem Grün. Und nun reiten wir lang. Es muß also Herbst sein. Wenigstens dort, wo traurige Frauen von uns wissen.

Aufgelesen ... bei Rainer Maria Rilke ...

nebelburg am 22.5.16 17:57







An Orten stehen und sie ansehen und sich erinnern und fragen, wozu man das noch tut.
Ich glaube nicht mehr. Das ist die einfache Wahrheit. Ich glaube an so vieles nicht mehr, nicht einmal an ein paar der Dinge, die ein Leben lang zwischen mir und meinen Abgründen lagen, fein verwoben gleich einem Netz, das mich am Fallen hinderte.
Jetzt lächelt er, dieser eine letzte Abgrund. Vielleicht weiß er nach all der Zeit, daß er gewinnen wird. Vielleicht hat er das schon immer gewusst, während ich noch in den letzten Ecken meines entleerten Universums nach so etwas Dummem wie Hoffnungen suchte. Doch ich mußte es tun, mußte da raus, das Leben lieben, das ich nie hatte, die Regeln lernen, die ich nie befolgen wollte, um sie jedes Mal erst recht zu ignorieren. Also tat ich es mit jeder jämmerlichen Faser meiner Existenz und nun glaube ich nicht mehr daran. Jetzt muss ich ins Meer geworfen werden, mit einem verdammten Mamorklotz an meinem Bein (Das linke, nehmt das linke!) oder in einen brennenden Vulkan, was eben näher liegt, was man eben mehr liebt. Doch die wahre Tragödie ist: Nicht einmal daran glaube ich noch. Denn inzwischen taumelt da hinter allem eine dunkle, kleine Ahnung am Horizont: Es ist mir nicht mehr möglich in einer Welt zu leben, in der mir das Fallgeräusch einer Feder oder eines Katzenschnurrhaars das Herz zerfetzt.

An Orten stehen und sie ansehen und sich erinnern und fragen, wozu man das noch tut.

Woelfin am 14.1.16 18:05







"Versuch nicht dem Leben einen Sinn zu geben. Es ist nur eine Aneinanderreihung von Tagen und schlechten Tagen."

(aus "John Wick")

nebelburg am 31.12.15 23:23







"Machen Sie sich über uns lustig?"

"Das Universum macht sich über uns alle lustig."

"Warum sollte sich das Universum über uns lustig machen?"

"Vielleicht ist es unsicher."



("Charlie Crews" in "Life")

Woelfin am 28.12.15 22:08







Es gibt schon einen Grund, warum ich sagte, ich wär allein glücklicher. Naja ich bin nicht davon ausgegangen, daß ich alleine glücklich wäre. Es lag nur daran, daß ich dachte, wenn ich jemanden liebe, und es dann auseinander geht, das würde ich nicht überleben. Allein zu sein ist einfacher. Es ist nicht angenehm, wenn man das Gefühl hat, daß man Liebe braucht, und sie dann nicht bekommt. Nachher lässt man sich noch auf die Liebe ein, weil sie einem gefällt. Nachher baut man noch sein Leben darauf auf. Und dann bricht alles zusammen. Kann man so einen Schmerz überhaupt aushalten? Die Liebe zu verlieren ist wie ein Organschaden. Das ist wie sterben. Es gibt nur einen Unterschied: Der Tod ist das Ende. Das hier? Das könnte ewig so weitergehen.

(Grey's Anatomy)

Dunkelherz am 3.12.15 20:16







bißchen geschlafen
trotzdem totmüde
gefühl wie kater nach ner woche besäufnis
kopfschmerzen
von zu viel gedanken und der unfähigkeit sie zu sortieren. von der unwilligkeit sie zu durchdenken vielleicht auch.

was is da passiert?
hab ich das gewollt?

er fühlt sich richtig an
bei mir, neben mir. in mir
ihn wieder zu sehen (endlich!)
wie er da stand und verlegen lachte und wie seine hände gezittert haben und wie er mich nichts sagen ließ und mich sofort in den arm nahm und wie etwas einrastet als hätte es immer so gehört und wie ich zum ersten mal seit monaten wieder luft bekam... wie ich nicht wollte, daß er mich berührt, wegen stark und cool sein, und wie lächerlich das war... und wie wir ne viertelstunde später im strömenden regen standen, weinend, beide, und ich sah daß er auch gelitten hat...

nein, ich entschuldige nichts was er mir angetan hat. aber er tut es jetzt auch nicht mehr. heute nacht wieder lange gesprochen und gemerkt: er hat verstanden.

kein heimlich mehr
gestern auf dem jahrmarkt, knutschend mitten im weinzelt, irgendwer wird uns gesehen haben, die frau wird es erfahren
zwischendurch war er ausgezogen. jetzt wieder dort, aber dem sohn zuliebe. sie ist geschichte

wir wollen zusammen sein. mehr wissen wir grad beide noch nicht.

er ist narzist und wird es bleiben und ich laufe nicht mehr blind in messer.
vielleicht hast du recht und ich will nur bei ihm sein weil er bei mir sein will.. weil er gut für meine komplexe ist oder so was in der art...
vielleicht ist er aber doch der traummensch und gleitet mir endgültig durch die finger (um mal deine worte zu verwenden) wenn ich jetzt an meiner angst festhalt... vielleicht is es n fehler.. aber so wie die letzten monate kann und will ich nicht leben.

bei allem an schmerz, angst, wut, enttäuschung... das vergeß ich nicht
aber ich hab 215 tage nicht mehr atmen können
er steht 1 minute vor mir und ich bekomm wieder luft
das muß was bedeuten

Woelfin am 26.8.15 11:13







Tag 161 ohne dich.
Ich kann immer noch nicht atmen.

Woelfin am 30.6.15 18:38







Und was, wenn da nichts mehr geblieben ist?
Was, wenn man geglaubt hat, entgegen aller Wahrscheinlichkeiten und wider besseres Wissen, entgegen aller Vernunft und wider jede Hoffnung geglaubt hat, es könne dennoch alles gut werden?
Was, wenn man gesprungen ist und alle Sicherheiten aufgegeben hat?
Was, wenn man vertraut und verloren hat?

Was, wenn man geliebt hat?

Woelfin am 27.6.15 17:59







das kleine giftkind hoffnung wurde soeben erschlagen.

Schattenläuferin am 20.1.15 19:13







verschweigend


leise hast du uns gefangen
schweigend
wie so oft

im rinnsal deiner hoffnung
bist du mir geblieben
schuldig
bist du mir vergangen
nüchtern
bist du mir geworden
gestern

leise hast du uns zerlebt


drei/eins/zehn

Woelfin am 25.11.14 15:10


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