Nebelburg






vermissen
leise spüren
klein fühlen

unsicher in der sicherheit
daß vieles sich ändern muß
wenn es gut bleiben soll

und irgendwo
dazwischen
die frage ob das lohnt
ob es richtig wird
ob es ein herz hat
das in die richtige richtung schlägt

vermissen
tief atmen
ruhe suchen

zweizwei/sieben/einsdrei

Woelfin am 1.8.13 01:58







Wie schnell eine Welt sich doch ändern kann...

Als ich im letzten Jahr hier aufgebrochen bin, dachte ich, der Abstand zum täglichen Gegenüber würde mir gut tun, würde mit vielleicht auch ermöglichen, den nötigen inneren Abstand wieder zu finden.
Die neue Jahreszahl ist erst wenige Tage alt, da steht fest, daß wir wohl näher sind, als wir es je waren. Weil da jetzt die Option auf eine Zukunft ist. Weil es sich abzeichnet, daß seine Ehe Geschichte sein wird und wir dann wohl frei sind zu sehen, ob und wie es ein tatsächliches Wir geben kann.

Wow. So richtig glauben kann ich das noch nicht. Will ich das noch nicht. Aber das kleine Giftkind Hoffnung hüpft trotzdem durch die Nebelburg und singt.

Woelfin am 9.1.13 11:11







Woelfin am 1.1.13 17:01







womöglich

vielleicht ist die welt zu
klein
für dich und mich
oder zumindest
für uns

vielleicht brauchen wir mehr
raum
zeit
dimension

vielleicht gehen wir
tiefer
als es erlaubt ist
und erfinden neu
was niemand je wußte

vielleicht schreiben wir
bücher
oder geschichte

vielleicht lernen wir
leben
und lieben

Woelfin am 16.12.12 00:23







der tägliche gegenüber und ich hatte unser wochenende in hamburg. fünf tage, vier nächte. vor allem vier nächte. ich war in diesen stunden einige male erstaunt über ihn und noch viel öfter erstaunt über mich.
ich bin unvernünftig mit ihm. leichtsinnig. fahrlässig leichtsinnig geradezu. und sehr viel entspannter und angstfreier, als ich das sonst von mir kenne.

gestern abend hat er es zugegeben. "ich liebe dich einfach", hat er geschrieben. und kurz später bestand er nochmal darauf: "ich will dich lieb haben. mehr noch mehr immer mehr ohne komma"

trotzdem bleibt da die tatsache, daß er frau und kinder hat ("ein kind" würde er wieder korrigieren und doch genau wissen, daß die beiden älteren brüder seines sohnes ihn nicht umsonst dad nennen), und daß wir nicht einfach frei sein können zu tun was wir wollen.

wo bin ich da nur reingeraten?

Woelfin am 13.12.12 13:20










Für dich

Wenn du dein Bestes gibst und da ist kein Land in Sicht,
du bekommst was du willst und es nicht hält was es verspricht,
ist der Schatten größer als das schönste Sonnenlicht,
und du dich fragst: Wofür? Und warum ich?

So wie du frierst: mein Feuer wird dich wärmen;
du alles verlierst: nichts wird mich von dir entfernen;
und alles zerbricht: ich sammel jede Scherbe ein für dich.

Wenn du dich verrennst bis an die Grenzen deiner Kraft,
und du dich verbrennst und du fühlst die Ohnmacht,
wenn du dich verirrst in dem Strom deiner Tränen,
vergiß es nicht: ich bin für dich

So wie du frierst: mein Feuer wird dich wärmen;
du alles verlierst: nichts wird mich von dir entfernen;
und alles zerbricht: ich sammel jede Scherbe ein für dich.

So wie du frierst: mein Feuer wird dich wärmen;
du alles verlierst: nichts wird mich von dir entfernen;
und alles zerbricht: ich sammel jede Scherbe ein
allein
für dich.


(Samuel Anthes)

Woelfin am 3.12.12 21:47







"du mußt so viel wieder neu lernen", hat jemand vor einigen jahren mal zu mir gesagt. ich wußte, er hat recht. aber ich dachte nicht, daß ich das wirklich kann. nach der letzten woche - und speziell nach den letzten beiden tagen - denke ich, daß das tägliche gegenüber und ich uns gegenseitig noch einiges beibringen können. der anfang ist definitiv gemacht.
gestern hatte der den mut mir etwas von sich zu zeigen. so sehr es ihn auch schmerzte. heute hat er einen meiner lieblingsorte sehr genossen.

was seine frau wohl sagen würde, wenn sie wüßte, daß ihr kleiner hund mir inzwischen ebenso nachweint, wenn ich den raum verlasse, wie er das sonst nur bei ihr und ihm tut? gut, daß der kleine flokati nicht reden kann ... *g*

Woelfin am 24.11.12 23:35







Das Paradoxe unserer Zeit ist:

Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz,
breite Autobahnen, aber enge Ansichten.
Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger,
machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude.
Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien,
mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,
mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft,
mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand,
mehr Experten, aber auch mehr Probleme,
mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.
Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel,
wir geben verantwortungslos viel aus;
wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf,
gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf;
wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.
Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert.
Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.
Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient,
aber nicht mehr, wie man lebt.
Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben.
Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.
Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns.
Wir machen größere Dinge, aber nicht bessere.
Wir haben die Luft gereinigt, aber die Seelen verschmutzt.
Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.
Wir schreiben mehr, aber wissen weniger,
wir planen mehr, aber erreichen weniger.
Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht warten.
Wir machen neue Computer, die mehr Informationen speichern
und eine Unmenge Kopien produzieren,
aber wir verkehren weniger miteinander.

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung,
der großen Männer und der kleinkarierten Seelen,
der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen.
Es ist die Zeit des größeren Familieneinkommens und der Scheidungen,
der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause.
Es ist die Zeit der schnellen Reisen,
der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral,
der Beziehungen für eine Nacht und des Übergewichts.
Es ist die Zeit der Pillen, die alles können:
sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns.
Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist,
etwas im Schaufenster zu haben statt im Laden,
wo moderne Technik einen Text wie diesen in Windeseile
in die ganze Welt tragen kann, und wo sie die Wahl haben:
das Leben ändern - oder den Text löschen.

Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt,
weil sie nicht immer mit Euch sein werden.
Sagt ein gutes Wort denen,
die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen,
weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden
und nicht mehr bei Euch sein werden.
Schenkt dem Menschen neben Euch eine heiße Umarmung,
denn sie ist der einzige Schatz,
der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet.
Sagt dem geliebten Menschen: "Ich liebe Dich" und meint es auch so.
Ein Kuss und eine Umarmung, die von Herzen kommen,
können alles Böse wiedergutmachen.
Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid,
denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein.

Findet Zeit Euch zu lieben, findet Zeit miteinander zu sprechen,
findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen,
- denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge,
sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns des Atems berauben.


(George Carlin)

Woelfin am 16.11.12 21:30







Abteilung: Kompliment des Tages ...


Du bist mein Toto.


Versöhnlicher Ausklang für einen schwierigen Tag. Da habe ich ihn gerade erst gefunden, und steh jetzt hilflos daneben als ihm eine so böse Diagnose um die Ohren gehauen wird. Das Leben ist eben doch ein Manni. Dreimal mußte ich fragen was der Arzt gesagt hatte, bis er überhaupt eine Antwort gab. Die war dann aber mal wieder bezeichnend für alles, was mich so an ihm fasziniert: "Mach Dir keine Sorgen, wir werden noch genug Zeit haben, zusammen das Leben zu genießen."

Woelfin am 14.11.12 00:24







das waren schwierige zwei wochen. hamburg war anstrengend. weit mehr als ich dachte. erfolgreich, na klar, aber um welchen preis? ein teuer erkaufter sieg...
schöner moment: alsterblick. wind, wind, wind. kälte und tiefe.

mittwoch fuhr das tägliche gegenüber nach berlin. seine hass-stadt. er hatte angst davor, das habe ich gespürt. er hatte recht damit.
als wir "zusammen" durch berlin liefen (skype sei dank), ging es ihm gut. ging es mir gut. brandenburger tor mal anders.
wie dünn das eis doch nach ein paar stunden tauwetter werden kann. eingebrochen ist er sicher, das ertrinken konnte ich wohl verhindern. wenn auch erst am nächsten morgen. apropos "morgen", da wird er dann die scherben zusammenkehren müssen. mal sehen, wie laut die konsequenzen werden. ich würde ihm das gerne ersparen.

vielleicht sollten wir nächstes jahr zusammen nach berlin. vielleicht sollten wir überhaupt nur noch zusammen rausfahren. das wäre so viel leichter für uns beide. im team funktionieren wir blind.

wovon ich noch nicht weiß ob es funktioniert: er hat sich offenbar doch verliebt. nu wird's spannend...

Woelfin am 11.11.12 22:28


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