Nebelburg

Turmzimmer






gerade bist du der mittelpunkt meiner welt. taumel zwischen verwirrung und völliger klarheit. unwissenheit, was dieses tiefe zittern mir sagen will. ich weiß nur, es fühlt sich - allem zum trotz - richtig an.

Woelfin am 29.1.12 02:54







"Ich lass Dich nicht los. Ich lass Dich nicht fallen."

.oO( Ich will Dir so gerne glauben. )

Woelfin am 10.11.10 23:57







Nur wir fühln, spürn, erleben,
was es heißt, zusammen zu sein.
Dieser Moment, dies Monument der Stille,
niemand wird jemals wissen was wir meinen.
Dieses eine Zusammensein,
in diesem Moment, dem Monument der Stille.
Kein Hinterher, kein Vornherein,
nur diesen Moment für uns allein,
zusammen zu sein.

Ich höre, fühle deinen Atem, dein warmer Hauch,
er schleicht sich, sehnt sich in mich hinein.
Dieser Moment, dies Monument der Stille
baut sich für uns auf und lädt uns ein,
greift nach den Sternen, erreicht sie fast,
doch lass uns Zeit - wir haben fast die Ewigkeit für uns.
In diesem Moment, dem Monument der Stille,
sind wir Eins, komm lass den einen Atem,
unsern Atem, tanzen durch die Nacht.

Und wenn der neue Tag erwacht,
verblassen Sterne.
Ich halt dich fest,
ich hätt so gerne
deinen Atem weiter erfühlt,
dich weiter gespürt.
Doch dieser Moment, dies Monument der Stille
verliert sich, verliert sich schon im neuen Tag,
und so verlieren sich meine Worte,
die banal Dir sagen wollen, dass ich dich mag.


(Letzte Instanz)



Live. Und es tat so irrsinnig gut und so unfaßbar weh. Dort. So. Neben ihm.
In diesem Moment habe ich mich endgültig entschieden. Und ich habe mich verabschiedet. Von einer Idee, von einem Gefühl. Abschied nehmen. Weil man das manchmal muß.
Fast schon jämmerlich ironisch, wie sehr er selbst dieses Gefühl keine vierundzwanzig Stunden später auf so ganz und gar andere Art zementierte.

Woelfin am 2.11.10 18:47







was ist schmerzhafter als freunde, die gehen?
freunde die da sind. und gehen. und wiederkommen. und verschwinden. und wieder da sind. und wegbleiben. statt einfach wegzubleiben, damit der schmerz nicht ständig mehr würde.

Schattenläuferin am 8.9.10 22:57







manchmal weiß ich genau, daß ich hilfe brauche. und dann weiß ich auch, welche sorte hilfe das ist. und manchmal weiß ich dann ebenso genau, daß ich die nicht annehmen kann.

ich kann es drehen und wenden, wie ich will, aber ich glaube, diesmal geht es richtig schief.

Woelfin am 28.7.10 21:34








Das Tigerbaby erholt sich langsam von seiner OP. Nachdem er vorgestern noch taumelnd durch die Wohnung stolperte und gestern den ganzen Tag nur seinen Rausch ausschlafen wollte, wirkt er heute schon wieder ganz munter. Nur der Kragen nervt ihn. Sehr sogar. Aber da muß er jetzt durch. In einer Woche werden die Fäden unter den Augen gezogen und dann sind auch die Stellen im Ohr verheilt, wo die Wucherungen entfernt wurden. Zumindest die gezogenen Zähne scheinen ihn gar nicht zu beeinflussen, so wie er gestern und heute sein Trockenfutter weggeknackt hat.
Dafür hat sich der nicht ganz so kleine Kratzer an meiner Hand entzündet. Aber das war es mir wert. Lieber zerfetzt er mir die Hand beim Versuch ihm die Kanüle setzen, als bei einer zu stark dosierten Narkose drauf zu gehen.

Insgesamt ist das alles sehr viel unproblematischer gelaufen, als ich befürchtet hatte. Ich bin entsprechend erleichtert. Und ich habe zusammen mit seiner Ärztin beschlossen: Das muß mit seinen 13 Jahren jetzt das letzte Mal gewesen sein, daß wir so was durchmachen. Jetzt hat er gesund zu bleiben.


Er sieht zwar echt noch schlimm aus mit den rasierten und genähten Stellen im Gesicht, aber ich kann gar niemandem sagen, wie schön das ist, ihn jetzt hier neben mir liegen zu sehen und sein leises Schnurren zu hören...


Woelfin am 11.7.10 21:45







Abteilung: Nachgetragenes ... zweisechs/fünf/nullneun ...


Die Erinnerung an dein Gesicht war eine kleinliche. Sie detaillierte sich und wuchs und biss sich fest in dem, was noch von mir geblieben war. So überdeutlich war mir ihre Zerbrechlichkeit, so verzweifelnd die Unaufhaltsamkeit ihres Zerfalls. Trotzdem trug ich sie, bewahrend gleich einem Schatz, der Sekunde um Sekunde in mir an Wert verlor. Irgendwann, da war ich sicher, würde ich sie nicht mehr festzuhalten vermögen, würde ihr nachsehen, während sie mir entglitt und mich für meine Unfähigkeit verfluchen, die mir verbot, das einzige von Dir zu erhalten, was ich haben konnte: Die Erinnerung an Dein Gesicht, die Wärme Deiner Haut, den Klang Deiner Stimme, die Zartheit Deiner Worte.

Woelfin am 8.6.09 23:26







Jetzt sind wir da,
wo keiner von uns war.
Rastlos waren wir.
Die Jahre hängen uns noch lange nach.

Alles, was wir haben, das sind wir.
Worauf wir warten, das ist hier.
Siehst du die Zeichen: Liebe und Zorn?
Alles was bleibt, ist eine Flucht nach vorn.

Wir zogen zu weit aus,
dein Herz bricht alle Schranken.
Was uns jetzt noch führt,
ist der Abgrund, den wir fanden.


(Faun)



In gewisser Weise ist dies ein Abschied... weil manchmal wirklich nur noch die Flucht nach vorn bleibt... und weil dies so ein Manchmal ist.
Der Abgrund, alter Freund, da ist er wieder. Lange geschwiegen, aber nie wirklich fort. Es gibt wohl tatsächlich Dinge, die sich niemals ändern.

Caesar sagte es schon: Iacta alea est. ... Geworfen ist der Würfel.

Klippenspielerin am 4.3.09 18:25







"So kannst Du nicht weitermachen", sagt er ernst und irgendwie traurig und mit einem mahnend eindringlichen Tonfall, der lotusblättergleich an mir abperlt. Ich hatte ihn zu oft gehört. Er erkennt, versteht und nickt resignierend. Bevor er das Zimmer verlässt, zieht er den weißen Kittel wieder über, der ihn in jene dumpfe Gottartigkeit hüllt, die ich auch an ihm nie zu verachten aufgehört hatte. So sitze ich hinter dem leisen aber klaren Schließgeräusch der Tür und starre in den Rest eines Gesprächs, das wieder unbeendet bleiben würde, wie so oft, nur daß ich mich sonst wohler darin fühlte, in all dem Unausgesprochenen und Verschwiegenen, weil es mir nichts aufzwang. Er hatte schon vor langer Zeit sehr schnell verstanden, daß er mir diesen Raum lassen musste, wenn er mich nicht stur verstockend finden wollte. Ironischerweise ist es jetzt gerade jene Freilassung, die mich wütend macht. Wütend oder wartend oder auch neigend vor ihrer Unbestimmtheit. Gerade die freiheitssüchtigen Menschen verlangt es im Grunde nach Regeln und Schienen und irgendeiner Art von Halt, damit sie nicht ersticken an all ihrer Freiheit und Hilflosigkeit.
Ich hasse, daß er geht und mir keine Antworten gibt, keine Lösungen schenkt, sondern noch immer verlangt, ich möge sie selbst finden. Und gern würde ich ihm nachbrüllen, warum zum Teufel er dann glaube, daß ich zu ihm käme, wenn ich sie allein finden könne. Doch dann fällt mir ein, daß diese Tür sich gerade nicht für die übliche Woche hinter ihm und zwischen uns geschlossen hatte, sondern für eine viel unbestimmbarere Ewigkeit. Und so stand plötzlich eine grautrübige einsame Unsicherheit im Raum, legte mir ihre durchscheinigen Eishände um die Kehle und würgte mir die Angst in die Tiefe.

Woelfin am 27.11.08 23:13







"Lebe damit", sagt er als sei dies das Wundermittel, das alles ungeschehen machen könne. Oder wenigstens erträglich.
Damit leben... Ich will nicht damit leben. Ich will dagegen leben und dagegen und immer dagegen. Ein Damit ist aufgeben, stillhalten, schweigen. Ein Damit ist nichts und nichts wert und feige Ausrede. Ein Damit ist Leere.
So bleibt mir also nur mein Dagegen, aufschreigleich und laut und unnütz.

Woelfin am 21.10.08 23:41


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