Nebelburg

Nebelwald






Woelfin am 1.1.13 17:01







"du mußt so viel wieder neu lernen", hat jemand vor einigen jahren mal zu mir gesagt. ich wußte, er hat recht. aber ich dachte nicht, daß ich das wirklich kann. nach der letzten woche - und speziell nach den letzten beiden tagen - denke ich, daß das tägliche gegenüber und ich uns gegenseitig noch einiges beibringen können. der anfang ist definitiv gemacht.
gestern hatte der den mut mir etwas von sich zu zeigen. so sehr es ihn auch schmerzte. heute hat er einen meiner lieblingsorte sehr genossen.

was seine frau wohl sagen würde, wenn sie wüßte, daß ihr kleiner hund mir inzwischen ebenso nachweint, wenn ich den raum verlasse, wie er das sonst nur bei ihr und ihm tut? gut, daß der kleine flokati nicht reden kann ... *g*

Woelfin am 24.11.12 23:35







Abteilung: Kompliment des Tages ...


Du bist mein Toto.


Versöhnlicher Ausklang für einen schwierigen Tag. Da habe ich ihn gerade erst gefunden, und steh jetzt hilflos daneben als ihm eine so böse Diagnose um die Ohren gehauen wird. Das Leben ist eben doch ein Manni. Dreimal mußte ich fragen was der Arzt gesagt hatte, bis er überhaupt eine Antwort gab. Die war dann aber mal wieder bezeichnend für alles, was mich so an ihm fasziniert: "Mach Dir keine Sorgen, wir werden noch genug Zeit haben, zusammen das Leben zu genießen."

Woelfin am 14.11.12 00:24







das waren schwierige zwei wochen. hamburg war anstrengend. weit mehr als ich dachte. erfolgreich, na klar, aber um welchen preis? ein teuer erkaufter sieg...
schöner moment: alsterblick. wind, wind, wind. kälte und tiefe.

mittwoch fuhr das tägliche gegenüber nach berlin. seine hass-stadt. er hatte angst davor, das habe ich gespürt. er hatte recht damit.
als wir "zusammen" durch berlin liefen (skype sei dank), ging es ihm gut. ging es mir gut. brandenburger tor mal anders.
wie dünn das eis doch nach ein paar stunden tauwetter werden kann. eingebrochen ist er sicher, das ertrinken konnte ich wohl verhindern. wenn auch erst am nächsten morgen. apropos "morgen", da wird er dann die scherben zusammenkehren müssen. mal sehen, wie laut die konsequenzen werden. ich würde ihm das gerne ersparen.

vielleicht sollten wir nächstes jahr zusammen nach berlin. vielleicht sollten wir überhaupt nur noch zusammen rausfahren. das wäre so viel leichter für uns beide. im team funktionieren wir blind.

wovon ich noch nicht weiß ob es funktioniert: er hat sich offenbar doch verliebt. nu wird's spannend...

Woelfin am 11.11.12 22:28







Nicht nur mir machen die nächsten paar Tage zu schaffen. Er schiebt auch schon Panik davor. Heute dann ausnahmsweise mal eine gemeinsame Mittagspause, die wir genutzt haben um unten im Ort was zu essen. Wenigstens eine Stunde allein, wenn schon nicht ungestört.

"Du mußt aber vorsichtig fahren. Euch darf nichts passieren. Was mach ich denn dann? Dann ist nicht nur meine Frau weg, sondern auch noch meine beste Freundin."

"Wie hast Du mich gerade genannt?"

"Meine beste Freundin. ... Jetzt guck nicht so. Dann halt Geliebte. Schatzemaus. Kollegin. Alles halt."

"Du bist süß. Aber Du spinnst. ... Ok, ich fahr vorsichtig."


Geliebte. Hm. Er hat es ausgesprochen. Ich überlege noch, ob es das besser macht...

Woelfin am 31.10.12 22:50







Donnerstag früh ist es so weit. Die erste von einigen Geschäftsreisen. Nicht mit dem täglichen Gegenüber, sondern mit seiner Frau.
Ich werde jetzt schon irre bei dem Gedanken, ihn vier Tage nicht sehen zu können. Und vermutlich werden wir nicht mal telefonieren oder schreiben können. Ich hasse es jetzt schon.
Und damit nicht genug, ist er dann in der Woche darauf ab Mittwoch in Berlin.

Beunruhigend, wie unsicher ich mich plötzlich beim Gedanken an diese nächsten zwei Wochen fühle. Erschreckend, wie sehr ich mich an seine Nähe gewöhnt habe, wie abhängig ich inzwischen geradezu davon bin, sein verschmitztes Lächeln keine zwei Meter vor mir zu wissen.

Statt dessen werde ich mich wohl ihr stellen müssen, werde mich dem Druck und sicher auch ein paar versteckten Fragen stellen müssen. Und vermutlich auch endlich meinem schlechten Gewissen. Ihm scheint das noch weit mehr Angst zu machen als mir. "Wenn Du wiederkommst und sagst 'Das geht so nicht mehr, wir dürfen das nicht mehr'... ich weiß nicht, was ich dann tue, wie ich dann klarkommen soll. Das wäre so schlimm für mich."
Ich hab ihn ausgelacht. Natürlich habe ich das.

Woelfin am 30.10.12 20:13







Culcha Candela - "Megaherz"

Culcha Candela - "Monsta"


Nein, Frau Woelfin ist weder verrückt geworden, noch wurde die Nebelburg gehackt. Frau Woelfin sammelt nur ein paar Erinnerungen ein. Diese hier ist nicht unbedingt woelfinlike, aber das ist ja so einiges nicht in letzter Zeit. Weil die Welt sich gerade ein bißchen anders dreht, weil es Megaherzen gibt, weil ich verdammt nochmal auch endlich das Recht auf ein bißchen Glück habe. Aber vor allem weil ich nicht vergessen will, wie seine Augen geleuchtet haben, als er mich ansah und mitsang.

Woelfin am 26.10.12 23:17







ich war ja so intelligent, mir heute frei zu nehmen. er nicht. irgendwann nachmittags (und da hatten wir schon zweimal telefoniert) maulte er dann mein handydisplay an:
"Ich hab voll Entzugserscheinungen. Das schlägt mir schwer aufs Gemüt, wenn du nicht hier bist. Umsatz Null, Magenschmerzen und und und... Wie soll das weiter gehen? "

das ist ein bißchen gestört. und süß.
und als ich mich mittags bei dem gedanken erwischte, doch mal langsam aufzustehen und noch ein paar stunden arbeiten zu fahren, da kam ich mir minimum genauso gestört vor.

Woelfin am 25.10.12 19:13







Wir sind auf der Flucht ins Glück.


gestern abend die Letzte Instanz in der Batschkapp. und ich war mit dem täglichen gegenüber da.
.oO( irgendwann finde ich noch einen namen, der wirklich für ihn paßt. vorerst muß das reichen. )
ich habe es geliebt, mit ihm dort gewesen zu sein, habe gestaunt wie er immer und immer wieder meine hände suchte, meine lippen, sich anlehnte, sich halten ließ. so süß. und später dann wieder viel zu viel watte. das wird unser running gag, ich weiß es jetzt schon.

es ist sicher dumm, was da gerade in meinem leben geschieht, oder besser gesagt was ich geschehen lasse. zumindest ist es moralisch ausgesprochen verwerflich. ich sollte mich schämen. sollte schuldgefühle haben. sollte seiner frau nicht in die augen sehen können oder wenigstens innerlich zusammenzucken, sobald sie das büro (unser büro, sein und mein büro) betritt.

aber so ist es nicht. es geht mir gut damit. es geht mir richtig gut damit.
ich habe einen unglaublichen mann getroffen, habe ihn ihm einen freund gefunden, jemanden der - wie auch immer es sich entwickelt - hoffentlich noch sehr lange teil meines lebens sein wird. zumindest wünsche ich mir das. und er es sich auch. was kann ich dafür, daß ausgerechnet er der 1:1.000.000 treffer ist, bei dem auch alles andere möglich ist? was kann ich dafür, daß es gut ist, ihn nah zu fühlen und immer noch ein bißchen näher? was kann ich dafür, daß ich mir mit ihm zu ersten mal erlauben kann, dinge einfach zuzulassen ohne alles zu hinterfragen und analysieren zu müssen?
und was kann ich dafür, daß es ihm genauso geht?
ja, ich kann immer noch hören, was er gestern dazu sagte: "zum ersten mal keine schuldgefühle, keine selbstvorwürfe, kein nächtelanges wachliegen und planen und grübeln: wie kann ich das jetzt wieder drehen und biegen, daß sie nichts merkt, daß die kinder nichts merken? nein, nichts davon."
und später dann "laß uns das einfach probieren. laß uns einfach eine freundschaft führen, die mehr kann als alle anderen. laß es uns genießen." ja, ja und nochmal ja.

es ist unkompliziert, selbst wenn es schwierig wird.
es ist völlig entspannt, selbst wenn wir die anspannung kaum aushalten.
es ist richtig so, selbst wenn der rest der welt sagen würde, daß es falsch ist.

Woelfin am 25.10.12 12:47







"ich bin süchtig nach dir" sagte er am morgen.
"ich will mehr davon" sagte er am abend während wir unsere klamotten wieder ordneten.


...
Gut gemacht, Frau Woelfin, echt Klasse. Ich bin megastolz auf Sie.
*ironic off*

Woelfin am 11.10.12 23:23


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