Nebelburg

Schreibzimmer






An Orten stehen und sie ansehen und sich erinnern und fragen, wozu man das noch tut.
Ich glaube nicht mehr. Das ist die einfache Wahrheit. Ich glaube an so vieles nicht mehr, nicht einmal an ein paar der Dinge, die ein Leben lang zwischen mir und meinen Abgründen lagen, fein verwoben gleich einem Netz, das mich am Fallen hinderte.
Jetzt lächelt er, dieser eine letzte Abgrund. Vielleicht weiß er nach all der Zeit, daß er gewinnen wird. Vielleicht hat er das schon immer gewusst, während ich noch in den letzten Ecken meines entleerten Universums nach so etwas Dummem wie Hoffnungen suchte. Doch ich mußte es tun, mußte da raus, das Leben lieben, das ich nie hatte, die Regeln lernen, die ich nie befolgen wollte, um sie jedes Mal erst recht zu ignorieren. Also tat ich es mit jeder jämmerlichen Faser meiner Existenz und nun glaube ich nicht mehr daran. Jetzt muss ich ins Meer geworfen werden, mit einem verdammten Mamorklotz an meinem Bein (Das linke, nehmt das linke!) oder in einen brennenden Vulkan, was eben näher liegt, was man eben mehr liebt. Doch die wahre Tragödie ist: Nicht einmal daran glaube ich noch. Denn inzwischen taumelt da hinter allem eine dunkle, kleine Ahnung am Horizont: Es ist mir nicht mehr möglich in einer Welt zu leben, in der mir das Fallgeräusch einer Feder oder eines Katzenschnurrhaars das Herz zerfetzt.

An Orten stehen und sie ansehen und sich erinnern und fragen, wozu man das noch tut.

Woelfin am 14.1.16 18:05







verschweigend


leise hast du uns gefangen
schweigend
wie so oft

im rinnsal deiner hoffnung
bist du mir geblieben
schuldig
bist du mir vergangen
nüchtern
bist du mir geworden
gestern

leise hast du uns zerlebt


drei/eins/zehn

Woelfin am 25.11.14 15:10







Im Grau von Gestern sind wir langsam verblasst und nichts hast du noch übrig gelassen von uns. Was ich auch sage, nichts bringt jene Sicherheit zurück, die so schlafwandlerisch zwischen uns lag. Was Du auch tust, nichts treibt das Vergessen in die Ritzen in denen säuerlich jetzt Mißtrauen lagert.

Woelfin am 7.11.14 14:37







Herbstmai

Im Klein verblassender Nächte
trudelt Sicherheit den Pfad hinab
den wir doch
gerade erst
gefunden

Im Bunt vergrünender Blätter
vergeht der Tag
den wir doch
gerade erst
begonnen


sieben/neun/elf

Woelfin am 7.11.14 14:32







Im Chaos ein Lächeln
und alles ordnet sich.

Im Zittern ein paar Worte
und alles wird ruhiger.

Im Fallen eine Berührung
und der Boden trägt wieder.


zehn/zwölf

Woelfin am 28.9.14 20:12







Draußen schlug das Meer
an unsre Mauern
und drinnen setzte
mein Herz aus.

Vielleicht würde unsere Liebe sich
im Sande verlaufen haben
wenn wir damit fertig sein würden
uns die Krumen unserer Verunsicherung
in die Hälse zu werfen.

Vielleicht würde sie auch
einfach ertrinken.


sieben/zwölf

Woelfin am 28.9.14 20:05







Du bist fort. Schon wieder. Ich bin verletzt. Schon wieder. Und schon wieder verstehe ich es nicht.

Es geht mir nicht um Vorwürfe, was immer du mir auch unterstellen magst. Es geht um die Liebe, die ins Leere läuft und fällt.


zwei/neun/zwölf

Woelfin am 28.9.14 19:53







Ich wußte immer: Am Auf und Ab deiner Zuneigung würde ich mich eines Tages zerfetzen.

Woelfin am 28.12.13 01:30







deine hände tropfen
meinen arm entlang
leise nur
einem zaudern gleich

tief blickst du
unter haut
und hinter mauern, wälle, dämme
leichtfallend, federartig
und nichts gelingt mehr
dich zu stoppen

zwölf/zwölf
Woelfin am 26.12.13 20:16







vermissen
leise spüren
klein fühlen

unsicher in der sicherheit
daß vieles sich ändern muß
wenn es gut bleiben soll

und irgendwo
dazwischen
die frage ob das lohnt
ob es richtig wird
ob es ein herz hat
das in die richtige richtung schlägt

vermissen
tief atmen
ruhe suchen

zweizwei/sieben/einsdrei

Woelfin am 1.8.13 01:58


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