Nebelburg

Schreibzimmer






weil dort etwas ist

was sonst bleibt zu sagen?
wie beschreiben, was du für mich?

wärme
das zuerst
sehen ohne starren
dann sehnsucht

als anfang. die andere hälfte der wahrheit:

zerfetzt

tiefes atmen
herzschlag unter meiner hand
geschlossene augen
zärtlichkeit, geballt, in der kehle sitzend
dunkel, tiefes warmes dunkel
musik
zuflucht
wohlfühlendes eis auf den möbeln
stirn fest an sicherndes eisen gepresst
nicht falsch, vielleicht gar richtig
reuelos
herz haltend auf ausgestreckter hand
in dich hineinschlafen
furchtlos
worte zu klein, immer zu klein
grenzenlosigkeiten
du und ich

sehnsucht

immer zu viel kaffee und zu wenig du
mehr wir
mehr nah
mehr sein
dunkelblau mit einem stich lila
stimme, mehr stimme
balkonszene, in welcher sprache auch immer
singst du irgendwann für mich?
fingerspitzen über narben
und leis zitternd auf augenlidern
zigarettenrauch unter der decke
streiten über wein, oder schokolade, oder pizzabelag
einig sein über sahneschnitten
nie wieder uhren
nie wieder neins spüren
zweite decken teilen
kissen sein
es sagen dürfen

weil dort liebe ist
was sonst bleibt zu sagen

Woelfin am 31.1.12 13:54







Liebe ist der beste Grund, für etwas zu kämpfen. Oder der schlimmste. Das kommt darauf an, wie es endet.

Woelfin am 27.1.12 00:42








kein winter
und trotzdem wie über zugefrorenen see laufen
unwissend wie dick das eis

Woelfin am 12.1.12 00:50







unwegbar

so oft sagte ich:
es geht nicht.
und du sagtest:
es ist eben so.

jetzt flehst du:
geh nicht.
und ich sage:
es ist eben so.

Woelfin am 2.9.11 23:27







nachtmusik (für den zweitschlüsselbesitzer)

alte tür
vertraut
so fremd
fast wie gestern, daß ich zuletzt hier geklopft

zögernde berührungspunkte auf verstaubtem holz.
innen liegt stahl. kalt. immer noch kalt.

und plötzlich ist dahinter
für momente
wieder zuhause
und ein bißchen früher

tiefer in der nacht dann
bleibt das gemeinsame gefühl
von jenem zuhause ohne piano

Woelfin am 20.3.11 23:05







Aus dem Schreibzimmer: Es war ...


Es war ein Versprechen, das Du mir gabst, in diesem unsäglich fernen Gestern, das längst seinen blassen Glanz zu verlieren begann. Denn dann bist Du nicht länger das Tief oder Hoch meiner Welt, sondern das warme Schwingen dazwischen, ein weiches undefiniertes Treiben hinter allen Wellen, hinter allem Strand. Wirst Du dort sitzen, am Strand, wie Du es mir einst versprochen hast? Wirst Du dort sitzen und warten und mich finden, bevor ich mich wieder verliere, schon wieder?
Hoffen und beten und warten darum und es doch nie wissen. Nichtwissen. Dies ist zum Zentrum unserer verhungernden Berührungspunkte geworden, ein sich immer tiefer ziehendes Nichtwissen. Du bist so weit fort, so vergangen. Dabei hattest Du mich noch gewarnt, mir dieses Ziel genannt, diese unausgesprochene Sterben vor dem Tod. Gewünscht habe ich Dir ein Leben davor. Und dann noch eines, weil dieses zu schmal war für all die Dinge, die ich Dir hätte zeigen wollen, die ich mit Dir hätte tun wollen.

Bitte sei am Strand. An diesem. Und dann an jenem anderen auch.
Bitte sei wieder bei mir.

Bitte geh nicht.


vier/sechs/einsnull

Nihil am 14.6.10 23:13







"Sind Kekse wie Liebe?", fragst du, klein und unschuldig, wissbegierig einem Kind gleich, das nach der Himmelsfarbe Grund sich erkundigt. "Und wenn ja", ergänzt du, dir Krümel vom Shirt wischend, "wie isst du sie am liebsten?"


zweineun/zwölf/nullneun

Nihil am 28.1.10 19:08







Abteilung: Nachgetragenes ... eins/neun/nullneun ...


Fäulnis

Zaudernd klingt
verdorbner Sommer
durch fetzende Wolken

und der Regen
schlägt seinen Bogen
um den Tag

Nihil am 17.9.09 22:17







frage.zeichen

und wenn ich dich doch liebe
tiefer als ich sehe
wie soll ich dir dann sagen
daß ich diesmal gehe

Nihil am 27.6.09 21:41







im hier
hinge ich
und bliebe ich
dürfte ich

in deinem jetzt


zweivier/fünf/nullneun

Nihil am 14.6.09 11:27


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