Schreibzimmer
|
weil dort etwas ist
was sonst bleibt zu sagen? wie beschreiben, was du für mich?
wärme das zuerst sehen ohne starren dann sehnsucht
als anfang. die andere hälfte der wahrheit:
zerfetzt
tiefes atmen herzschlag unter meiner hand geschlossene augen zärtlichkeit, geballt, in der kehle sitzend dunkel, tiefes warmes dunkel musik zuflucht wohlfühlendes eis auf den möbeln stirn fest an sicherndes eisen gepresst nicht falsch, vielleicht gar richtig reuelos herz haltend auf ausgestreckter hand in dich hineinschlafen furchtlos worte zu klein, immer zu klein grenzenlosigkeiten du und ich
sehnsucht
immer zu viel kaffee und zu wenig du mehr wir mehr nah mehr sein dunkelblau mit einem stich lila stimme, mehr stimme balkonszene, in welcher sprache auch immer singst du irgendwann für mich? fingerspitzen über narben und leis zitternd auf augenlidern zigarettenrauch unter der decke streiten über wein, oder schokolade, oder pizzabelag einig sein über sahneschnitten nie wieder uhren nie wieder neins spüren zweite decken teilen kissen sein es sagen dürfen
weil dort liebe ist was sonst bleibt zu sagen
|
|
|
|
Liebe ist der beste Grund, für etwas zu kämpfen. Oder der schlimmste. Das kommt darauf an, wie es endet.
|
|
|
|
kein winter und trotzdem wie über zugefrorenen see laufen unwissend wie dick das eis
|
|
|
|
unwegbar
so oft sagte ich: es geht nicht. und du sagtest: es ist eben so.
jetzt flehst du: geh nicht. und ich sage: es ist eben so.
|
|
|
|
nachtmusik (für den zweitschlüsselbesitzer)
alte tür vertraut so fremd fast wie gestern, daß ich zuletzt hier geklopft
zögernde berührungspunkte auf verstaubtem holz. innen liegt stahl. kalt. immer noch kalt.
und plötzlich ist dahinter für momente wieder zuhause und ein bißchen früher
tiefer in der nacht dann bleibt das gemeinsame gefühl von jenem zuhause ohne piano
|
|
|
Aus dem Schreibzimmer: Es war ...
Es war ein Versprechen, das Du mir gabst, in diesem unsäglich fernen Gestern, das längst seinen blassen Glanz zu verlieren begann. Denn dann bist Du nicht länger das Tief oder Hoch meiner Welt, sondern das warme Schwingen dazwischen, ein weiches undefiniertes Treiben hinter allen Wellen, hinter allem Strand. Wirst Du dort sitzen, am Strand, wie Du es mir einst versprochen hast? Wirst Du dort sitzen und warten und mich finden, bevor ich mich wieder verliere, schon wieder? Hoffen und beten und warten darum und es doch nie wissen. Nichtwissen. Dies ist zum Zentrum unserer verhungernden Berührungspunkte geworden, ein sich immer tiefer ziehendes Nichtwissen. Du bist so weit fort, so vergangen. Dabei hattest Du mich noch gewarnt, mir dieses Ziel genannt, diese unausgesprochene Sterben vor dem Tod. Gewünscht habe ich Dir ein Leben davor. Und dann noch eines, weil dieses zu schmal war für all die Dinge, die ich Dir hätte zeigen wollen, die ich mit Dir hätte tun wollen.
Bitte sei am Strand. An diesem. Und dann an jenem anderen auch. Bitte sei wieder bei mir.
Bitte geh nicht.
vier/sechs/einsnull
|
|
|
|
"Sind Kekse wie Liebe?", fragst du, klein und unschuldig, wissbegierig einem Kind gleich, das nach der Himmelsfarbe Grund sich erkundigt. "Und wenn ja", ergänzt du, dir Krümel vom Shirt wischend, "wie isst du sie am liebsten?"
zweineun/zwölf/nullneun
|
|
|
|
Abteilung: Nachgetragenes ... eins/neun/nullneun ...
Fäulnis
Zaudernd klingt verdorbner Sommer durch fetzende Wolken
und der Regen schlägt seinen Bogen um den Tag
|
|
|
|
frage.zeichen
und wenn ich dich doch liebe tiefer als ich sehe wie soll ich dir dann sagen daß ich diesmal gehe
|
|
|
|
im hier hinge ich und bliebe ich dürfte ich
in deinem jetzt
zweivier/fünf/nullneun
|
|
|
[eine Seite weiter]
Gratis bloggen bei